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Schlüssel bei Übersendung an Vermieter verloren. Haftungsfalle für Mieter

In einem vor dem Amtsgericht Brandenburg verhandelten Verfahren (Az. 31 C 32/14) wurde nunmehr ein Mieter zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt, da er nach Beendigung des Mietverhältnis seinen Schlüssel per Einschreiben mit Rückschein an den Vermieter versendet hat.

 

Der Schlüssel kam jedoch, nach Einlassung des Vermieters, nicht bei diesem an. Zwar sei der Brief bei ihm eingegangen, der lt. Mieter den Schlüssel enthalten solle, jedoch sei in diesem Schreiben kein Schlüssel beigefügt gewesen. Der Briefumschlag sei beschädigt gewesen.

 

Da die Mietvertragsparteien im Mietvertrag keine Regelung getroffen haben, an welchem Ort die Rückgabe des Schlüssels zu erfolgen habe, schuldet der Mieter die Rückgabe am (Wohn-) Sitz des Vermieters. Im oben genannten Fall wollte der Mieter dieser Pflicht durch Übersendung des Briefes per Einschreiben nachkommen.

 

Problematisch für den Mieter ist nunmehr, dass er beweisen muss, dass der Vermieter den Schlüssel zurückerhalten hat. Zwar hat der Mieter den Einlieferungsbeleg des Briefes, jedoch sagt dieser rechtlich nichts über den Inhalt des übermittelten Briefes aus.

Da der Mieter die Übersendung des Schlüssels nicht nachweisen konnte, wurde er zur Zahlung der Kosten für den Austausch des gesamten Schlosses verurteilt.